Auf den Spuren der Karatemeister

Karate Dojo Überlingen e. V. auf großer Japan-Rundreise

Überlingen – Über 29.000 Kilometer Wegstrecke, schweißtreibende Trainingseinheiten bei weltberühmten Großmeistern und unvergessliche Einblicke in die japanische Kultur: Eine Delegation des Karate Dojo Überlingen e. V. kehrte vor Kurzem von einer zweiwöchigen Rundreise durch Japan zurück. Unter der Leitung von Shinji Akita (7. Dan) und Stefanie Akita erkundete die Gruppe die historischen Wurzeln des Karate sowie das kulturelle Erbe des Landes.

Die Reise begann am 17. Juli 2026 mit dem Flug von Zürich über Hongkong nach Tokio. Bereits am Tag nach der Ankunft stand die erste Trainingseinheit im traditionsreichen Houitsugan Dojo an. Das 1972 vom verstorbenen JKA-Cheftrainer Nakayama Sensei gegründete Dojo bot unter der Leitung von Takahashi Sensei den perfekten Auftakt für die sportliche Spurensuche. Ergänzt wurde der Aufenthalt in der Megacity durch Besichtigungen des Kaiserpalastes, des Shinjuku Metropolitan Government Buildings und der weltberühmten Kreuzung in Shibuya sowie einen Kulturausflug nach Kamakura mit dem Besuch des Grossen Buddah im Kōtoku-in -Tempel, der zweitgrößten sitzenden Bronzebuddha-Statue Japans.

Zu den Wurzeln auf Okinawa Ein besonderes Highlight folgte mit der Weiterreise nach Okinawa, der Geburtsstätte des modernen Karate. Im Hombu Dojovon Akihito Yagi Sensei (Vorsitzender der IMGKA) erlebten die Überlinger Kampfsportler ein historisch geprägtes Training. Der Einsatz von traditionellen Trainingsgeräten wie Eisengewichten und Tonkrügen erinnerte an die ursprüngliche Abhärtungs- und Trainingslehre der okinawanischen Meister. Der Besuch des Okinawa Karate Kaikan (Museum zeigt die historische Entwicklung des Karate vom alten Ryukyu-Königreich bis zur globalen Verbreitung, ergänzt durch Videovorführungen und Mitmach-Ecken) sowie des Denkmals für Gichin Funakoshi, den Begründer des modernen Shōtōkan-Karate, rundete den Aufenthalt auf der Insel historisch ab.

Kultur und Tradition in Kyoto und den Japanischen Alpen Die zweite Reisehälfte führte die Gruppe über Osaka in die alte Kaiserstadt Kyoto. Neben der Besichtigung bedeutender UNESCO-Weltkulturerbestätten wie dem Goldenen Tempel (Kinkaku-ji), dem Zen-Garten Ryōan-ji und der Burg Nijō absolvierten die Mitglieder ein weiteres Karate-Training im Dojo von Uno Sensei (JKA). Der anschließende Austausch bei einem traditionellen Abendessen vertiefte die Freundschaften zwischen den deutschen und japanischen Sportlern.

Über die historischen Handelsorte Kanazawa, Gokayama und Takayama ging es weiter in die Japanischen Alpen. Neben der besichtigten Holzarchitektur und den historischen Altstädten stand die Region auch im Zeichen der Kulinarik und Erholung in traditionellen Thermalbädern (Onsen).

Besuch in der Heimatstadt von Sensei Akita Ein persönlicher Höhepunkt der Tour war der Aufenthalt in Gifu, der Heimatstadt von Reiseleiter Shinji Akita. Dort besuchte die Gruppe unter anderem den Großen Buddha (Gifu Daibutsu) und die Burg Gifu. Sportlich stach das Training mit dem 7. Dan Hisashi Matsuda hervor, dessen Dojo seit den 1970er-Jahren besteht und aus dem auch Akita Sensei hervorging. Eine traditionelle Bootsfahrt zur Beobachtung der über 1.300 Jahre alten Kunst des Kormoranfischens (Ukai) auf dem Nagara-Fluss bildete den abendlichen Rahmen.

Würdiger Abschluss auf der Bucht von Tokio Vor dem Heimflug über Hongkong zurück nach Zürich und den heimatlichen Bodensee feierte die Gruppe den Abschluss der Reise auf einem traditionellen Yakatabune-Hausboot in der Bucht von Tokio. Bei Blick auf die beleuchtete Rainbow Bridge und den Tokyo Skytree blickten die Teilnehmer auf eine intensive und bereichernde Zeit zurück.

Das Karate Dojo Überlingen e. V. bedankt sich herzlich bei Akita Sensei und Stefanie Akita für die hervorragende Organisation. Die gewonnenen Eindrücke werden noch ganz lange in uns allen nachklingen.

Unsere tolle Truppe

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